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Prof. Niels Gutschow
Genauere Betrachtung des Termini Stadtlandschaft
Der Begriff "Stadtlandschaft" tauchte erstmals auf, um die Qualität einer durchgrünten und in überschaubare Einheiten gegliederte Stadt in einem Wort festzuhalten. Die Idee des Solitärs oder einer Gruppe von Soitären hat kaum etwas mit der "Idee der Stadtlandschaft" zu tun. Wichtiger war eher, dass die Solitäre nicht für eine Orientierung (im Sinne von Richtungen) sorgten, sondern einen diffusen Negativraum schufen.
Es ist immer gut, sich zu vergewissern, dass der Begriff "Stadtlandschaft" von Geographen erfunden wurde, dann aber erstmals 1932 im Stadtplanungsamt Frankfurt auftauchte, um die Qualität einer durchgrünten und in überschaubare Einheiten gegliederte Stadt in einem Wort festzuhalten. Bangert und Blanck griffen das für den Kölner Raum 1933 auf, bevor 1940 zugleich in Bremen, Stettin und Hamburg das "ewig gültige Stadtmodell" der Stadtlandschaft beschworen wurde. Die Ortsgruppe der Partei liefert das Grundmodul. Auch Scharoun lieferte dafür 1944 Entwürfe. Im Zeichen der Zerstörung war die Stadtlandschaft europaweit konsensfähig, in Deutschland brauchte lediglich das Vorkabular entnazifiziert werden. Das war also der Hintergrund der Stadtlandschaft, die das Planungskollektiv 1946 ersehnte.

Als 1964 mit der Nationalgalerie und der Staatsbibliothek konzeptionell Solitäre vorlagen, war das Leitbild der Stadtlandschaft längst überwunden und von der nachfolgenden Generation bereits für "Fehler" verantwortlich gemacht. Allein im Kopf von Scharoun mag die Stadtlandschaft herumgegeistert sein - jedoch in einem ganz neuen stadträumlichen Zusammenhang (das war mir bisher nicht bekannt, es wäre wichtig, dazu Dokumente aufzutreiben). Wenn ich in der Broschüre unter 'Stadtgrundriss und Nutzung im Wandel' von einer Strategie lese, "die NS-Vergangenheit (und mit ihr die gesamte Stadtgeschichte) zugunsten einer neuen Idee der Stadtlandschaft auszulöschen", so habe ich da meine Zweifel. Die Idee des Solitärs oder einer Gruppe von Soitären hat ja kaum etwas mit der "Idee der Stadtlandschaft" zu tun. Wichtiger war eher, dass die Solitäre nicht für eine Orientierung (im Sinne von Richtungen) sorgten, sondern einen diffusen Negativraum schufen. Das ist gewissermaßen der Scharounsche Raum und deshalb ist es wohl richtig, dass die 'Scharounisten' einen solchen Raum an die Person des Architekten binden.

Am Ende der Broschüre las ich, den Begriff "Stadtlandschaftsraum". Wer hat wohl diesen Begriff erfunden? in den 30er, 40er und 50er Jahren kommt er nicht vor. Das heißt der "Stadtlandschaftsraum" ist kein übergeordnetes Leitbild, sondern eine Berliner Spezialität, die an die Person Scharoun gebunden ist.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Gutschow



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Offene Stadtlandschaft contra Europäischen Stadt?
Zusammenfassung der ersten Tage im Kulturforum-Dialog
stadtlandschaftliche Gestaltung
Zusammenfassung: Städtebauliche Leitbilddiskussion
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Von: Prof. Niels Gutschow
Thema: St?dtebaul. Leitbild
03.07.2004 | 14:00
Artikel-Nr.: 200

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