discourse-machine II: Kulturforum Dialog




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Michael Krauß
Ein neues Kulturforum
Der bisherige Verlauf des online-Dialogs zum Kulturforum ist eigentlich ziemlich überraschend, auf jeden Fall aber sehr ermutigend, weil sich darin eine nach Umfang und Inhalt unerwartete Menge von Ideen aufgetan hat. Auch weil diese Ideen aus ganz unterschiedlicher Zielrichtung immer wieder aufeinander eingehen und so den Dialog weitergebracht haben. Nun wäre es aber nicht nur schade, wenn diese Ideenproduktion zu früh unterbrochen würde. Es scheint auch, dass aus diesen Vorschlägen einige wertvolle Anregungen für eine Erweiterung des bisher festgelegten Verfahrens abzuleiten sind. Als Konsequenz daraus folgt mein Vorschlag, den ich im folgenden begründe, den Planungsprozess um einen wichtigen Schritt, einen weiteren Dialog, zu ergänzen.
Ich möchte auf die beiden Themenbereiche, die mir besonders wichtig erscheinen und die man der Klarheit halber trennen sollte, näher eingehen:

1) Was ist das Kulturforum und was könnte es sein oder noch werden?
2) Wie kann man sich das künftige räumlich-bauliche Bild vorstellen?

Zu 1)
Mir ist im Verlauf des Dialogs klar geworden, dass die Vorstellung, die ich zu Beginn der Diskussion hatte, nämlich, ich wüsste (oder allgemein gesagt, man wüsste) im Grunde, was das Kulturforum sei, insofern statischer Natur ist, als darin keine Perspektive für eine grundlegende Erweiterung und Erneuerung enthalten ist. Man kann auch unterstellen, dass die Prämissen des Konzeptplans des Senats davon ausgehen, der Inhalt des Kulturforums sei im Grunde eine bekannte Größe, was gewisse Erweiterungen der vorhandenen Einrichtungen zwar nicht ausschließt, aber doch den eigentlichen Handlungsbedarf im städtebaulichen und architektonischen Bereich sieht und jedenfalls keinen Ansatz für eine Recherche zum Bedarf für erforderlich hält. Nun gibt es aber bekanntlich, wie auch die Senatsverwaltung in ihrer Broschüre feststellt, eine konkurrierende Situation zwischen dem Kulturforum und anderen Zentren in der Stadt, wobei das Profil des Kulturforums als eher unscharf eingeschätzt wird. Was aber in dem bisher vorgesehen Verfahrensablauf völlig fehlt, ist ein konkreter Vorschlag, wie man erreichen kann, nicht nur das bisherige Profil deutlich zu schärfen, sondern dem Forum eine neue Qualität zu verschaffen.

Wenn man dem Kulturforum eine weiterreichende Perspektive geben will, wird man es nicht dabei belassen dürfen, nur eine Ergänzung der Infrastruktur (wie z.B. mit Gastronomie u.ä.) vorzusehen, sondern man sollte den Blick vor allem darauf richten, das Nutzungskonzept um neue Inhalte anzureichern, neue Initiativen aufzugreifen, neue Aktivitäten aufzunehmen. Eine solche Verbreiterung der konzeptionellen Basis aber sollte man logischerweise an den Anfang der weiteren Planungsschritte stellen.

Eine Antwort auf die Frage zu finden „Was ist das Kulturforum und was könnte es sein oder noch werden?“ setzt zunächst einfach voraus, dass diese Frage explizit gemacht wird — und das wiederum bedeutet, dass ihr im Verfahren ein entsprechend ausreichend bemessener Platz eingeräumt wird. Es soll hier nicht im einzelnen wiederholt werden, was zu den möglichen Formen dieses Prozesses bereits gesagt wurde, hier nur Stichworte: Priorität muß die Einschaltung einer Gesprächs- und Recherche-Phase haben mit allen am Kulturforum interessierten Personen, Gruppen und Einrichtungen (sowohl den bereits am Platz angesiedelten wie den an einer Einbeziehung interessierten), Fortführung und Intensivierung der Ideensammlung zum Konzept durch geeignete Verfahren (online-Dialog, Interviews, Partizipationsmodelle etc.). Dringlich erscheint hier auch der Hinweis, dass in dieser Phase nicht unbedingt die Senats(bau)verwaltung die Moderation stellen sollte, sondern die Beauftragung unabhängiger Moderatoren mehr Erfolg zu versprechen scheint. Wichtig dürfte aber in jedem Fall der prozesshafte Charakter dieser Phase sein: Es würde nicht ausreichen, etwa nur in einem Gutachten einen Kreis von Interessenten abzufragen. Vielmehr sollte sich das mögliche neue Konzept für ein erweitertes Kulturforum aus einer Abfolge von Dialogen und Gesprächsrunden herauskristallisieren.

Zu 2)
Der Konzeptplan der Senatsverwaltung ist in verschiedenen Beiträgen teils kritisch, teils unterstützend kommentiert worden. Mir scheint im Ergebnis dabei deutlich geworden zu sein, dass er sowohl materiell wie verfahrensmäßig zu kurz greift. Auch insoweit hat der Dialog also Klarheit gebracht. Wie man an einigen näher ausgearbeiteten Konzeptvorschlägen (etwa von „agru“) sehen kann, gibt es inzwischen eine Fülle schon ins Detail gehender und aus einem vorgestellten Gesamtbild abgeleiteter interessanter Ideen, wie das KF räumlich-baulich, städtebaulich und freiraumplanerisch weiterentwickelt werden könnte. Damit zeigt sich auch, dass der Antagonismus Stadtlandschaft vs Historischer Stadtgrundriß nur vermeintlich entscheidend ist. Es gibt offensichtlich ein größeres Spektrum möglicher Reaktionen auf die Scharounsche Architektur als uns dies Dogma weis machen will.

Folgt man dem oben unter Punkt 1 Gesagten, ergibt sich jedoch das Problem, dass alle Vorschläge zur materiellen Veränderung auf der Basis eines inhaltlichen Konzepts aufzubauen sind, die erst noch geschaffen werden muß. Solange eben noch nicht klar ist, welche neuen anderen Elemente in das künftige Konzept mit einbezogen werden sollen und können, solange kann man auch noch keine — um es konkret zu sagen — neuen Plätze oder baulichen Erweiterungen planen oder gar bauen. Auf der anderen Seite sollte aber der in Gang gekommene Fluß von Ideen für ein neues Bild des Kulturforums auch nicht abgewürgt werden. Es kommt also darauf an, zu prüfen, wie dieser Prozess mit dem der Konzeptfindung so verschränkt werden kann, dass die wertvollen Anregungen nicht verloren gehen, auch wenn sie erst zu einem späteren Zeitpunkt aktiviert werden können. Davon ausgehend, dass nur mithilfe einer verantwortlichen Beteiligung aller Nutzer und Interessenten ein tragfähiges und lebendiges Konzept für ein neues Kulturforum gefunden werden kann, muß man aber zuerst den Fokus auf diesen Aspekt orientieren.

Resümee

Man kann den hier skizzierten Vorschlag zur Konzeptfindung für das Kulturforum natürlich auch unter dem Titel „Verlorene Zeit“ ablegen und auf die Linie „Wir müssen jetzt Konkretes planen“ zurückdrehen. Man sollte aber vielleicht doch aus den Erfahrungen bei anderen Berliner Projekten lernen, die auch deswegen negativ verlaufen sind, weil die Bauplanung der Konzept- und Bedarfsplanung vorausgeeilt ist.


Verknüpfungen des Teilnehmers
Offen halten!
Konzeptvorschlag (Teil 1)
Konzeptvorschlag (Teil 2)
Mehr Leben auf dem Kulturforum!
Was macht einen Platz aus?
Erst mal den Bedarf klären!


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Von: Michael Krauß
Thema:
12.07.2004 | 11:39
Artikel-Nr.: 225

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