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Prof. Niels Gutschow
Mehr Geduld mit den Vätern!
Im 20. Jhd. hat sich noch jede Generation vom Leitbild der Väter distanziert. Und mehr als das: die Väter scheiterten unterschiedlich "gründlich", damit die Wende und damit ein Neuanfang legitimiert war. Ich plädiere also für mehr Geduld mit den Vätern: die Väter werden für blind erklärt, damit die Söhne sehen!
Auf S. 11 der Broschüre schreibt Herr Stimmann vom "gründlichen Scheitern der stadtplanerischen Vision der Nachkriegsmoderne". Im 20. Jhd. hat sich noch jede Generation vom Leitbild der Väter distanziert. Und mehr als das: die Väter scheiterten unterschiedlich "gründlich", damit die Wende und damit ein Neuanfang legitimiert war. Als Historiker sehe ich das unaufgeregter: mich interessiert für jede Generation immer wieder neu, aus welchen Motiven sie handelte. Ich will nicht (ab)urteilen, sondern verstehen. Ich habe noch erlebt, wie um 1966 ganz zaghaft der Historismus und damit der Städtebau des 19. Jhd. anerkannt wurde, d.h. die Zeit, die die Väter meiner Generation abgrundtief verabscheute.

Ich plädiere also für mehr Geduld mit den Vätern. Andreas Brandt schrieb ca. 1979, die Väter seien "raumblind" gewesen. Das ist ein gutes Bild: die Väter werden für blind erklärt, damit die Söhne sehen!

Viele Grüße
Prof. Gutschow


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Kommentare

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Lob von lini
03.07.2004 | 16:04
Aus der Zeit heraus verstehen
ich stimme damit überein, dass man nur aus der jeweiligen zeit heraus die planungen verstehen kann. so ist auch der konzeptplan ein ergebnis der erfahrungen der generation des herrn stimmanns, der aufgrund der 'schlimmen' erfahrungen im umgang mit historischer bausubstanz heraus, diese nun sehr fokussiert (matthaikirchplatz:-)). das wiederum ist für meine generation vielleicht ein bisschen zuviel 'historisches nur des historischen wegen' und zu wenig augenmerk auf die besonderheiten des ortes und den nutzungen.
Kommentar von eastbroadway
04.07.2004 | 03:08
scheitern
etwas als gescheitert erklaeren um damit seine eigene idee berechtigen ist sogar historisch recht neu (wuerd sagen seit erst knapp 30 jahren)
unsere"vaeter, Groszvaeter und Urgroszvaeter benutzten das argument des "zeitgenoessischen" oder das etwas den aktuellen anforderungen nicht mehr entspraeche,
der beweis dasz das kulturforum in seiner originalen idee gescheitert waere steht noch aus,
es ist ja nie vollendet worden, dasz wir nach vierzig jahren andere ideen haben berechtigt einen "zeitgenoessischem" entwurf, den titel "zeitgenoessisch" wuerde ich aber keinen der drei entwuerfe geben.


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Von: Prof. Niels Gutschow
Thema: St?dtebaul. Leitbild
03.07.2004 | 14:57
Artikel-Nr.: 202

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