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roman bittner
Mehr Gewicht auf die Negativform — mehr Stadt!
Das Kulturforum muss deutlich nachverdichtet werden! Zwischen einer Reihe interessanter Positivformen wird die städtische Negativform unscharf bis zu Unkenntlichkeit. Bei Hilmer und Sattler gefällt mir die neue Erschliessung der Gemäldegalerie, bei Braunfels der runde Platz, ich finde jedoch, daß auch die Potsdamer Strasse zumindest auf der Nationalgalerieseite eingefasst werden muss!
Ein Problem des Städtebaus Scharouns ist meiner Ansicht nach ein zu grosses Interesse an der Positivform. Die Philharmonie und Bibliothek sind starke Positivformen — eine Stadt aber lebt von der Negativform, von Strassen und Plätzen, die nicht durch Asphalt, sondern erst durch Gebäudemassen gebildet werden. Am Kulturforum ist es der Negativform unmöglich sich begreifbar auszubilden, unsichtbar umfliesst sie formlos eine Reihe von für sich genommen interessanten Einzelformen. Obwohl Scharoun stets von der Stadtlandschaft spricht, finden sich Landschaftsschauspiele wie Gebirge, Schlucht, Allee und Lichtung in seinem Städtebau viel weniger als in der dichten städtischen Matrix des vormodernen Berlins oder Manhattens. Meiner Meinung nach ist eine deutliche Nachverdichtung des Kulturforums nötig. Einige Probleme sind dabei zu bewältigen. Die Bebauung des Potsdamer Platzes, noch deutlich abgeschnitten, muss integriert, der Mattäikirchplatz eingefasst werden, Scharouns Bauten brauchen Freiraum, bei Mies van der Rohes Nationalgalerei ist das Gegenteil der Fall, zwischen beiden solle eine Sichtbeziehung bestehen, für die Gemäldegalerie und das Kupferstichkabinett bedarf es eines neuen repräsentativen Eingangsbereichs.
Bei dem Entwurf von Hilmer und Sattler gefällt mir die neue Erschliessung der Gemäldegalerie, aber zwischen Philharmonie und Bibliothek wird das Bild unscharf, hier dagegen hat Braunfels mit seinem runden Platz eine aussergewöhnliche Idee. Durch eine Kombination aus beiden Entwürfen, entsteht eine interessante Abfolge von Plätzen (siehe eigene Grafik). Wichtig wäre es jedoch, die Potsdamer Strasse dicht einzufassen, es gibt keinen Grund dies nicht zu tun. Eine interessante Sichtbeziehung zwischen Nationalgalerie und Philharmonie könnte auch durch eine Strassenschlucht erfolgen, oft ist es reizvoller nicht immer das ganz Bild zu sehen (man vergleiche: den Dom,der immer wieder überraschend zwischen den Häusern in der Spandauer Vorstadt auftaucht).


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Kommentare

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Kommentar von Platzanweiserin
16.06.2004 | 18:14
Überall alles gerade rücken?
Hallo Herr Bittner, die Vorstellung von Negativformen und Positivformen finde ich sehr anschaulich. Und Sie haben sicher Recht, wenn sie ein ein Fehlen dieser Negativformen am Kulturforum konstatieren.

Aber ist es denn notwendig, diese Negativformen überall in der Stadt zu verwirklichen? Warun kann man denn nicht mal ein kleines Eckchen Berlin in einer umgekehrte Form, in einer Positvform darstellen? Es geht ja nicht darum, gleich ganz Berlin umzukrempeln!

Ich fände sehr schade, wenn ein "radiales Achsenkonzept" a la Braunfels, das ja auch seine Vorzüge hat, *überall* in der Stadt verwirklicht wird.
Kommentar von Fudan
17.06.2004 | 20:27
Hallo Platzanweiserin
Sicher soll man diese Stadt nicht "verachsen", aber wir sind hier im Zentrum der Stadt, und man fühlt sich im Negativen von schönem Positiven umbauten doch viel wohler als in diesem Null-Chaos was dort gerade herrscht.
Schönes Positiv findest Du doch ein paar hundert Meter weiter nördlich am Reichstag, Kanzleramt, Haus der Kulturen der Welt, Schloss Bellevue, Präsidialamt, Hansaviertel etc etc... es grüßt Fudan
Lob von surisu
18.06.2004 | 13:53
Hallo Herr Bittner,
Sie haben das Problem genau richtig erfasst. Es braucht einfach mehr kleine Straßen, Cafes etc. Etwas, worin sich Menschen wohlfühlen können. Vielen Dank für Ihren Beitrag.
Die besten Grüße, surisu
Kommentar von Michael Krauß
29.06.2004 | 00:06
Wieso denn?
Die These von einer angeblich notwendigen "Nachverdichtung" (gibt es auch eine "Vorverdichtung?) halte ich für nicht begründet. Die Formel "Dichte machts" ist eine Formel - mehr nicht.
Kommentar von roman bittner
29.06.2004 | 14:33
Lieber Michael Kraus,

man kann sicherlich statt Nachverdichtung auch nur von Verdichtung sprechen, das ist nur polemische Spitzfindigkeit. Andererseits ist der Ausdruck auch nicht ganz unberechtigt, schliesslich ist eine Bebauung vorhanden, an der, so denke ich, nachgearbeitet werden muss (und das zeigt ja auch diese Diskussion)! Da ich davon überzeugt bin, daß ein Stadt durch Dichte entsteht (und hier geben die Städte New York, Paris, Rom, Honkong beredes Beispiel - gibt es dagegen Gegenbeispiele, die entdichtete Stadt? Brasilia, die Banlieue von Paris und Moskau, das Märkische Viertel?) können sie mich gerne auf die Formel "dichte machts" reduzieren - denn wie in der Mathematik gibt es auch im Städtebau Formeln die funktionieren. Gleichzeitig glaube ich aber, daß ich auch drüberhinaus meinen Standpunkt auf orginelle und anschauliche Weise jenseits der abgegriffenen Hülsen von der "Europäischen Stadt" ausgefüht und begründet habe!


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Von: roman bittner
Thema: St?dtebaul. Leitbild
15.06.2004 | 17:11
Artikel-Nr.: 124

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