discourse-machine II: Kulturforum Dialog




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Michael Krauß
Offen halten!
So erfreulich offen die Form des online-Dialogs ist, so wenig offen, ja versteinert kommt einem der vorgegebene Konzeptplan vor, innerhalb dessen gedacht werden darf.
1)
Architekten malen gern Bilder von Plätzen: runde Plätze, rechteckige Plätze - und leere Plätze. Wieso hier und heute der Ort Kulturforum danach verlangen soll, ist nicht erfindlich, denn Forum meint ja mehr als nur (großer) Platz. Da genügt es m.E. auch nicht (vgl. die Broschüre), auf die bewährten Slogans von der europäischen Stadt und was der Retromythen mehr sind, zurückzugreifen.

2)
Es heißt, dass es einen Masterplan geben wird, der "die Grundlage für die Bauleitplanung bildet". Wie es scheint, soll dieser aber auf keinen Fall die Sprache der Kulturbauten sprechen, die schon vorhanden sind. Seit Holleins Versuchen vor über 20 Jahren hat man immer nur versucht, das Forum architektonisch gegen den Strich zu bürsten. Es wäre eine Chance, wenn es diesmal nicht dazu käme. Um einem möglichen Missverständnis vorzubeugen: Damit sollen keineswegs Argumente für das Gästehaus vorgebracht werden. Vielmehr geht es um folgendes: Anstatt den künstlichen Gegensatz "Stadtlandschaft versus historischer Grundriß" weiter zu pflegen, gilt es anzuerkennen, daß das Kulturforum mit seinen bedeutenden Solitären eine eigene Sprache spricht, die auch für die Weiterentwicklung des Forums maßgeblich ist. Was heißt das? Es kann natürlich nicht heißen, bei der Weiterentwicklung des Forums die Handschrift der alten Meister Scharoun oder Mies nachzuahmen. Es darf aber eben auch nicht heißen, mithilfe der These, das Grundübel liege in der "ahistorischen Überformung des Stadtgrundrisses", das architektonische Konzept des Kulturforums als grundsätzlich falsch zu diskreditieren und so für das weitere Verfahren auszuhebeln. In der ständigen Wiederholung dieser These erkennt man nichts als Ideologie.

3)
Es heißt, dass verschiedene Erweiterungsbauten geplant seien, zum einen der Stiftung sowie zum andern einige kleinere Bauten für Gastronomie. Eine nähere Beschreibung für das neue Bauprogramm am Kulturforum wird ebenso wenig gegeben wie Angaben zum Programm oder gar zur möglichen Finanzierung. Es ist auch, um nur ein Beispiel zu nennen, keine besonders gute Basis für Entscheidungen, wenn die Stiftung die Konzentration auch der Gemäldegalerie auf der Museumsinsel plant und damit eine weitere Bedeutungsminderung des Kulturforums in Kauf nimmt. Trotzdem betrachtet man offensichtlich die bisherigen vagen Aussagen bereits als eine ausreichende Grundlage für geplante Eingriffe, sei es den Abriß der Piazzetta und Folgemaßnahmen, sei es den Bau eines "Stadtplatzes" betreffend. Es erscheint jedoch höchst riskant, vor einer grundsätzlichen Klärung der künftigen Rolle und Bedeutung des Kulturforums im städtischen Kontext bereits jetzt schon den Versuch zu unternehmen, mit konkreten Maßnahmen einzugreifen. Man hat seinerzeit bei der Planung des Potsdamer Platzes das Kulturforum links liegen lassen - nun sollte man sich zuerst einmal um die Inhalte und die künftige Aufgabenverteilung kümmern, statt gleich wieder loszubauen.


Verknüpfungen des Teilnehmers
Viel zu monumentale Gestaltung
Neugestaltung ohne Neubau
Was macht einen Platz aus?
Ein neues Kulturforum


Verknüpfungen anderer Teilnehmer
Ortkultur auf dem Kulturforum


Kommentare

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Kommentar von Prof. H. Kendel
23.06.2004 | 16:58
Zustimmung
Ich schließe mich voll und ganz Ihren Ausführungen an. Und doch könnte die Situation auch heute schon verbessert werden:

Durch Freigabe der ca 200 Stellplätze unter der Piazzetta und der Vorfahrt zum Museum von der Tiegartenstraße. Keine Kosten.

Durch einen leichten Fußgängersteg vom Tiergarten zur Piazzetta. Stützenansätze sind bereits gebaut!

Durch Ersatz der Imbisbude durch ein ordentliches Restaurant, auch hier sind die Stützen, Treppenansatz, Sitzterrassen etc bereits gebaut...

Hermann Kendel
Fragestellung von agru
24.06.2004 | 16:54
Welche thematisch inhaltlichen Veränderungen sind zu erwarten?
In diesem Artikel ist die Rede davon, dass überlegt wird, den Schwerpunkt der Gemäldegalerie auf die Museumsinsel zu verlegen.
Kommentar von agru
24.06.2004 | 16:58
...
Können Sie Info-Quellen nennen, die auf derartige Überlegungen eingehen?
Welche Bereiche sollen am Kulturforum bleiben, welche weggenommen werden? Und gibt es darauf bezogen sozusagen amtliche Beschlüsse?
Gruß, agru
Lob von Karsten Feucht
26.06.2004 | 06:49
ein Genuss
"...nun sollte man sich zuerst einmal um die Inhalte (...) kümmern, statt gleich wieder loszubauen."
Danke, Sie sprechen mir aus der Seele (siehe auch meinen Artikel "Ortkultur auf dem Kulturforum")
Karsten Feucht
Kommentar von Michael Krauß
26.06.2004 | 14:47
Antwort auf die Frage im Kommentar von "agru":
Vor einiger Zeit wurde berichtet (z.B. im Tagesspiegel), dass die Staatlichen Museen das Ziel verfolgten, die Gemäldegalerie, die jetzt einen komfortablen Neubau am Kulturforum nutzt, längerfristig auf die Museumsinsel zu verlagern. Daraus kann man erkennen, dass für die Museumsleitung die Lage am Kulturforum eben allenfalls zweite Priorität hat und andere Projekte, wie etwa der Wiederaufbau des Stadtschlosses, von dem man sich auch einen Flächengewinn in Mitte erhofft, für wesentlich wichtiger gehalten werden. Unter demselben Konzentrationsdruck befinden sich die Standorte Charlottenburg (Ägyptisches Museum) und Dahlem (längerfristige "Heimholung" der Völkerkundemuseen) - nach dem Motto "alles muß an einem Standort konzentriert werden". Was angesichts der polyzentrischen Stadtstruktur von Berlin eigentlich nicht passt!
Kommentar von surisu
27.06.2004 | 17:25
Polyzentrische Stadtstruktur
Die Konzentration von Museen auf nur einen Standort (Museumsinsel) kann nur bedingt weitergeführt werden, denn der Platz auf der Museumsinsel ist begrenzt und die Gebäude sind schon alle belegt.
Dass allerdings daran gedacht wird, die Gemäldegalerie vom KF weg zur Museumsinsel zu verlagern zeigt deutlich, für wie wenig attraktiv das KF gehalten wird. Mich würden an dieser Stelle vergleichende Besucherzahlen interessieren. Hat jemand hierüber eventuell Informationen?
Kommentar von Michael Krauß
27.06.2004 | 20:52
Besucherzahlen (zum Kommentar von surisu)
Vergleichende Besucherzahlen der Museen würden mich zwar auch interessieren, nur wird man keine wichtigen Entscheidungen allein darauf abstützen können. Man kann z.Z. ja sehr schön beobachten, für welche Objekte am Kulturforum mit welcher Intensität "geworben" wird. Wenn man nur einen Bruchteil der Moma-Kampagne auch in Richtung der direkt angrenzenden Gemäldegalerie geleitet hätte, das Museum müsste wohl wegen Überfüllung schließen. Nun mag ja jeder die Schwerpunkte setzen, die er für wichtig hält. Aber man sollte nicht übersehen, dass der Erfolg des Kulturtourismus vor allem am Marketing hängt.
Antwort von Moderation
29.06.2004 | 14:30
zur Zukunft der Gemäldegalerie
Bei einer Rücksprache mit der Senatsverwaltung bezgl. der oben angeführten Fragen inwieweit die Beschlüsse amtlich sind, den Schwerpunkt der Gemäldegalerie auf die Museumsinsel zu verlagern und welche Bereiche bleiben bzw. weggenommen werden, wurde uns folgendes mitgeteilt:
Der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin Professor Schuster sieht langfristig und perspektivisch im Kulturforum das Forum der Moderne. Beschlüsse wurden nach unserer Kenntnis noch nicht gefasst, so dass die Weiterentwicklung nach wie vor offen ist.

Beste Grüße
Wencke Hertzsch (Moderation)
Kommentar von Michael Krauß
29.06.2004 | 14:46
Zukunft der Gemäldegalerie
Diese Auskunft von Prof. Schuster heißt im Klartext: Langfristig bedeutet das den Auszug der Gemäldegalerie aus dem jetzigen Gebäude am Kulturforum.


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Von: Michael Krauß
Thema: Städtebaul. Leitbild
23.06.2004 | 15:32
Artikel-Nr.: 176

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