discourse-machine II: Kulturforum Dialog




 Kulturforum Dialog
 Konzeptplan   Ablauf   Moderation   Spielregeln   Impressum   
  |  Startseite  |  Teilnehmerliste  |   Neu eintragen   | Name Passwort      |  



Ansichten
Alle Artikel
Konkrete Vorschl?ge
Artikel in Karte
Artikel nach Teilnehmern
Beobachtungen am Kulturforum
Nutzung des Kulturforums
St?dtebauliche Leitbilddiskussion


Suche
 
Erweiterte Suche


Duewel
Scharoun als statisches Modell
Noch ist die Zeit nicht gekommen, die sechziger und siebziger Jahre jenseits pauschaler Vorurteile zu betrachten. Am Beispiel des Kulturforums erfährt man ja auch gegenwärtig, wie belastet die Auseinandersetzung ist. Noch immer gibt es eine streitbare Gruppe, die mit geradezu ideologischer Militanz auf die Vollendung der damals geträumten Sehnsüchte pocht.
Natürlich steht dahinter ein quasireligiöses Sendungsbewusstsein, das sich nur mühsam mit der Würdigung des Großmeisters Scharoun bemäntelt. Eigentlich ist es die sture Uneinsichtigkeit, nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen, dass sich die Erde bewegt. Die Wisnewskis von Berlin beharren auf einem statischen Modell, das für sie zugleich ein finales ist: Die letztgültige Wahrheit, dies ist der Kern der Lehre, hatte Scharoun gefunden. Deshalb müssen sich seine Jünger bis zum jüngsten Tag berufen fühlen, die Mission zu erfüllen. Ein gespenstisches Denken!

Respekt wird mit Dogma verwechselt. Das Fortschreiten in der Zeit muß ignoriert werden, damit die ursprünglichen Ideen rein bleiben. Problematisch ist, dass sowohl Scharoun als auch dessen Planungen noch immer von einer Aura umweht werden. Dieser Heiligenschein erschwert, nein, er verhindert eine nüchterne Auseinandersetzung. Doch ist die Verschränkung von Scharoun und der Mythenbildung zugleich der Nährboden für das fortwährende Problem. Zugespitzt: Selbst mit den besten Argumenten lässt sich mit den Wisnewskis keine Debatte führen, weil es sich um ein hermetisches Glaubenssystem handelt. Jeder Einwurf wird folgerichtig als Häresie abgetan.

Scharoun hatte als Präsident der Akademie der Künste zu einer Aktion aufgerufen, um endlich der verhassten Stadt des 19. Jahrhunderts den Garaus zu machen: "Schlagt den Stuck von den Fassaden, wo ihr ihn trefft, denn der Stuck an den Häusern entspricht dem Stuck in den Köpfen!" Solche Radikalität zielte auf entschlossene Umerziehung auch derjenigen, die dazu nicht willens waren. Heute reklamieren die Wisnewskis eine Art Musealisierung ihrer damaligen Intentionen. Wenngleich es aussichtslos sein dürfte, diesen Sendboten ihre Vergeblichkeit zu erläutern, sollte in der öffentlichen Diskussion das jeweils Zeitgebundene des gestalteten Raums nicht verschwiegen werden. Insofern ist es völlig absurd, vierzig Jahre alte Handskizzen im vergangenen Geist auferstehen zu lassen.


Verknüpfungen des Teilnehmers


Verknüpfungen anderer Teilnehmer
Scharoun zum geplanten Forum
Nochmals: Scharoun
Mehr Geduld mit den Vätern!
Mehr Gewicht auf die Negativform — mehr Stadt!
Vom "Scheitern" der Moderne


Kommentare

Ansichtsoptionen:
 


Kommentar von Michael Krauß
05.07.2004 | 14:08
Dunkel
Es ist nicht ganz klar, wieso der Name Scharoun manche Zeitgenossen immer noch oder immer wieder so erregt. In dem obigen Beitrag scheint sich da sehr verschiedenes, leider nicht näher erklärtes zu vermischen. Was die Lektüre des Artikels so mühsam macht, ist das Durcheinander der „Kritik“ (wenn man sie denn so bezeichnen will), die mal dem „Großmeister“ (von welchem Orden denn?) gilt, mal einem nicht weiter spezifizierten Plural, dem der Verfasser den Namen „die Wisnewskis“ zu geben beliebt. Dies letztere soll dem Autor offensichtlich die Mühe ersparen, konkret zu sagen, wem er denn was genau anlasten möchte. Also bleibt er dunkel und ohne Bezug auf das, was in den zahlreichen Beiträgen dieses online-Dialogs bisher im einzelnen vorgebracht wurde. Er lässt es darüber hinaus ganz offen, was eigentlich sein eigener Vorschlag zum Umgang mit dem Kulturforum überhaupt sein soll.


Hilfe
Sie können Verknüpfungen zu Artikeln hinzufügen, indem Sie auf den entsprechenden Linktext klicken. Um diese Funktion zu nutzen, müssen Sie angemeldet sein.


  
Info zum Artikel
Von: Duewel
Thema: Städtebaul. Leitbild
04.07.2004 | 19:27
Artikel-Nr.: 211

Aufrufe: 98
Bewertungspunkte: 5 (Bewertungen insgesamt: 2)
(Durchschnitt: 2.5)
Verknüpfungen: 5
Kommentare: 1


 Konzept: zebralog    Realisierung: discourse-machine II von binary objects. Alle Rechte vorbehalten.  Seitenanfang